Aktie der Woche

20.08.2009

Alstria Office REIT-AG: Wetterfest

Der Hamburger Büroimmobilien-REIT kommt bisher einigermaßen durch die Krise.

Es gelte das Unternehmen „wetterfest“ zu machen, sagte Finanzvorstand Alexander Dexne bereits im Oktober vergangenen Jahres beim Blick auf die Aufgaben der kommenden Monate. Eine Zwischenbilanz ein Jahr später zeigt, dass die Hamburger dem rauen Umfeld am Markt bisher trotzen konnten: Zwar war das Konzernergebnis im ersten Halbjahr 2009 mit 2,3 Millionen Euro erneut negativ, aber doch deutlich besser als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (-10,4 Millionen Euro). Die zur Beurteilung des operativen Geschäfts aussagekräftigere Kennzahl Funds from Operations (hier sind unter anderem Ergebniseffekte aus der Bewertung nicht berücksichtigt) lag in der ersten Hälfte 2009 mit 16,2 Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahreswert (20,4 Millionen).

So wichtig das Ergebnis sein mag, für Dexne und Vorstandschef Olivier Elamine ist die Sicherung der Finanzierung des Unternehmens derzeit weitaus wichtiger. In der Bilanz zum 30. Juni 2009 weist Alstria Verbindlichkeiten in Höhe von 1,2 Milliarden Euro aus, davon sind 1,1 Milliarden Euro Darlehnsschulden. Alstria ist bestrebt, die Darlehen schrittweise zurückzuführen und will dazu Erlöse aus dem Verkauf von Objekten verwenden. Darüber hinaus haben die Hamburger in den vergangenen Monaten mit den Banken verhandelt und sowohl kurzfristige in längerfristige Kreditlinien umgeschichtet als auch eine Lockerung der Kreditkriterien „Covenants“ erreicht.


Die Schuldentilgung ist auch geboten. Denn derzeit erfüllt Alstria ein zentrales Kriterium für deutsche REITs nicht. Das zum Halbjahr angegebene Verhältnis vom Eigenkapital zum Wert des bilanzierten Immobilienvermögens lag bei weniger als 40 Prozent des Immobilienvermögens. Laut REIT-Gesetz hat diese Quote bei mindestens 45 Prozent zu liegen. Bereits zum Geschäftsjahresende 2008 hatten die Hamburger diese Vorgabe nicht erfüllt. Sollte es auch 2009 nicht gelingen, drohen noch keine unmittelbaren Konsequenzen, da das Gesetz eine längere Frist einräumt, die Bilanz ins Lot zu bringen. Im Extremfall droht bei dauerhafter Pflichtverletzung der Verlust des REIT-Status.