Aktie der Woche
IVG regt die (Kapitalerhöhungs-)Fantasie der Börsianer an
Der Bonner Immobilienkonzern IVG Immobilien im Wandel. Eine Kapitalaufstockung schließt das Management nicht länger aus.
Zumindest einen Gewinn kann das Immobilienunternehmen bereits verbuchen: Der IVG-Aktienkurs ist auf bis zu 7,79 Euro und damit auf den höchsten Stand der vergangenen 52 Wochen geklettert. Den Tiefstkurs der vergangenen 12 Monate hatte das Wertpapier im Herbst vergangenen Jahres im Zuge der Lehman-Pleite mit etwa 3,20 Euro erreicht.
Der Kurs konnte sich dann zwar wieder deutlich bis auf über 6,50 Euro erholen, aber die bekannt werdenden Schwierigkeiten des Immobilienunternehmens setzten der Erholung ein jähes Ende. Das Management hatte mit der Abwendung einer ernsten Schieflage zu kämpfen. Wegen der Abwertungen der Immobilienbestände war die Gesellschaft tief in die roten Zahlen gerutscht und musste sich auf die Liquiditätssicherung und Restrukturierung konzentrieren.
Mehr als 3 Prozent hat die Notierung allein an einem Handelstag durch die jetzt aufkommenden Spekulationen über eine Kapitalerhöhung gewonnen. Ermöglicht hat den Auftrieb die Äußerung des IVG-Vorstandschefs Gerhard Niesslein zu etwaigen Kapitalaufstockungsplänen. „Eine Kapitalerhöhung machen wir aber erst dann, wenn wir sie mit ganz bestimmten Wachstumsstrategien verbinden können", sagte Niesslein der „Financial Times Deutschland“ (FTD). Dabei könne man zum Beispiel daran denken, günstige Kaufgelegenheiten in Großbritannien zu nutzen. Niesslein weiter: „Wir wollen Marktphasen ausnutzen, wenn wir dort relativ sicher mitschwimmen können.“ Eine klare Absage klingt anders, zumal bislang solche Pläne ausgeschlossen wurden.