14.04.2010

Teilweise bizarr kompliziert

Umfrage: Branchenverterter zu den Perspektiven von REITs in Deutschland und zu ihren Erwartungen an die Politik. Hier die Antworten von Alexander Dexne, CFO Alstria Office REIT-AG.

Im Koalitionsvertrag zwischen Union und FDP steht, dass Hemmnisse für REITs abgebaut werden sollen, ohne die Interessen des Verbraucherschutzes zu
gefährden. Was verstehen Sie darunter?

Das Beispiel Hamborner zeigt, dass es im Gesetz nicht so viele Hemmnisse für Unternehmen geben kann, zum REIT zu werden. Aber das Gesetz ist in einigen Punkten nicht ausgereift und einzelne Regeln, wie die zu Dienstleistungen für Dritte, machen teilweise bizarr komplizierte Konstrukte erforderlich.

Welche Punkte sollte die Bundesregierung bei der Weiterentwicklung des REIT-Gesetzes unbedingt angehen?
Einige technische Themen. So sollte die Mindest-Eigenkapitalquote in eine Vorgabe zur maximalen Verschuldung umgewandelt werden. Die jetzige Regel führt dazu, dass durch den Kauf von Immobilien die REITEigenkapitalquote
sinkt. Es ist wichtig, dass REITs solide finanziert sind. Aber das ließe sich durch eine LtV-Vorgabe auch erreichen - ohne Nebenwirkungen.

Denken Sie, dass sich durch den Regierungswechsel die Perspektiven für REITs in Deutschland verbessert haben?
Ich erkenne keine Veränderung. Ich verstehe, dass für die Finanzpolitiker angesichts der großen aktuellen Probleme das Thema REIT sicher nicht ganz oben auf der Agenda steht. Zumal die bisherige Entwicklung des Marktes auch für sie enttäuschend sein dürfte. Gerade deshalb sollte man aber aus meiner Sicht die technischen Themen professionell abarbeiten.

Wird das REIT-Konzept aus der Finanzkrise und den daraus entstandenen Diskussionen um eine stärkere Regulierung der Kapitalmärkte eher als hervorgehen?
Wenn ich auf Roadshow etwa in London unterwegs bin, merke ich nicht viel von großer Regulierung. So viel am Rande. Grundsätzlich hat die Finanzkrise das Interesse an Cashflow-starken Investments wie Immobilien und REITs steigen lassen. Das ist auch deutlich zu spüren. Drucken Zurück zur Übersicht