20.10.2006

Viele angehende Volks- und Betriebswirte lernen es am berühmten Gebrauchtwagenbeispiel: Hat der potenzielle Käufer das Gefühl, weniger über das Auto zu wissen als der Verkäufer, wird er auch dann vom Geschäft Abstand nehmen, wenn mit dem Produkt an sich alles in Ordnung ist.

Informationsasymmetrien erhöhen das Risiko bei Transaktionen – das gilt beim Autokauf wie am Immobilienmarkt. Eine verbreitete Risikostrategie besteht darin, die Transaktionen in Art und Umfang zu begrenzen. Kaufzurückhaltung trägt zu illiquiden Märkten bei und am Ende steht ein geringerer Umsatz beziehungsweise ein geringeres Wachstum.

Der Gebrauchtwagenhändler versucht das Vertrauen der Kunden unter anderem dadurch zu gewinnen, indem er umfangreich über das Produkt informiert. Hier gilt ebenfalls: Was beim Auto funktioniert, bringt auch in anderen Märkten Erfolg. Transparenz erhöht die Bereitschaft, Transaktionen einzugehen.

Für Immobilienmärkte wurde zudem empirisch belegt, dass Intransparenz zu einer Bevorzugung von Immobilien und Standorten führt, die im näheren Umfeld des Käufers liegen sowie eine längere Historie bezüglich Mieteinnahmen und Verkaufspreisen aufweisen können. Bessere und besser zugängliche Marktinformationen erleichtern also Investitionen in neue Projekte und Lagen und erleichtern Investoren von weiter weg – also internationalen Investoren – das Engagement.

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