23.11.2011

Expertenrunde warnt vor einer drohenden Preisblase bei hochwertigen Immobilien.

Die Renaissance der Immobilie als Anlageprodukt. Es gibt sie – allerdings nur dann, wenn es um den Core-Bereich geht. So das Fazit einer Podiumsdiskussion zu den Perspektiven des Immobilienmarkts im Rahmen des Real Estate Forums der Euro Finance Week in Frankfurt am Main. So manchen Teilnehmer treibt der Run von Investoren auf Core-Objekte bereits die Sorgenfalten auf die Stirn – Stichwort drohende Blase.
So sprach Dr. Hans Volkert Volckens, Finanzvorstand der IVG Immobilien AG, von einer „Hyperaktivität“. Er selbst habe erlebt, dass Anleger Gebäude „gekauft haben, ohne es sich auch nur einmal anzuschauen und selbst zu begutachten“. Der Großteil des Immobilienmarktes sei vor dieser Entwicklung jedoch außen vor. Objekte in zweit- oder drittklassigen Lagen würden weitgehend ignoriert.
Auch Ulrich Höller, Vorstandsvorsitzender der DIC Asset AG, sieht den Investitionshype auf Core-Produkte und Wohnimmobilien in sehr guter Lage beschränkt: „Hier findet ein Hype statt, bei dem mittlerweile übertriebene und absurde Preise gezahlt werden.“ Sowohl private als auch institutionelle Anleger seien dazu bereit.
Darüber hinaus drohe eine milliardenschwere Refinanzierungswelle in den nächsten beiden Jahren. Experten befürchten, dass die Banken, die aufgrund der politischen Regulierungsmaßnahmen mehr Eigenkapital vorhalten müssen, neue Kredite zurückhielten und alte nicht verlängerten. „Was passiert, wenn die Refinanzierungswelle anrollt, kann nicht sagen. Sicher ist, dass wir von allem etwas haben werden: Pleiten und Prolongationen“, so Jan Bettink, Präsident des Verbands deutscher Pfandbriefbanken.

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