29.01.2010
IPO-Markt wieder stärker im Blick
Für Immobilienunternehmen und -investoren gewinnt der Börsengang als Exit-Möglichkeit voraussichtlich 2010 wieder an Bedeutung.
Für Investoren wird der IPO als Exit-Möglichkeit in diesem Jahr in Deutschland wieder einen höheren Stellenwert haben. Das signalisiert das 4. Trendbarometer Immobilien-Investmentmarkt Deutschland von Ernst & Young Real Estate. Das Stimmungsbarometer basiert auf der jährlichen Trendumfrage bei rund 100 Unternehmen und Investoren aus der Immobilienbranche.
Nachdem 2009 die Exit-Option Börsengang nur 5 Prozent der Befragten in Erwägung gezogen hatten, sind es nun 13 Prozent. Allerdings bleibt der Direktverkauf an Spezialfonds der bevorzugte Weg, sich von Immobilien zu trennen; 45 Prozent der Befragten favorisieren diese Möglichkeit. Allerdings geben 63 Prozent der befragten Immobilienexperten an, dass sie sich überhaupt nicht von ihren Bestandsimmobilien trennen wollen, obgleich 68 Prozent von ihnen mit erschwerten Anschlussfinanzierungen rechnen.
Für die Immobilienspezialisten ist das Kapitel Krise noch nicht geschlossen, wenngleich Notverkäufe in größerem Umfang 2010 in Deutschland auch nicht erwartet werden.
Das Transaktionsvolumen wird bei Gewerbe- und Wohnimmobilien ein Volumen von circa 16 Milliarden bis 18 Milliarden Euro erreichen. Die Experten von Ernst & Young Real Estate relativieren jedoch das Umfrageergebnis. „2010 wird das Transaktionsvolumen zwar erstmalig seit Beginn der Krise wieder anziehen, größere Gewerbe-Portfoliotransaktionen und Notverkäufe werden jedoch erst gegen Ende des Jahres erwartet“, sagt Hartmut Fründ, Managing Partner von Ernst & Young Real Estate. Der Markt befinde sich weiterhin in der Konsolidierungsphase, fügte er hinzu. „Obwohl die Finanzierungsvolumina zugenommen haben, sind Bestandshalter mit steigendem Leerstand und sinkenden Mieten konfrontiert“, erläuterte Christian Schulz-Wulkow, Partner bei Ernst & Young Real Estate.
Es wird weit überwiegend damit gerechnet, dass erneut Family Offices und institutionelle Investoren (vor allem Versicherungen, Spezialfonds und offene Fonds) als Käufergruppen in Erscheinung treten, während nurmehr eine Minderheit der Befragten mit Staatsfonds und Banken als aktive Käufer rechnen. Die Verkäuferseite soll sich laut Umfrageergebnis in erster Linie aus den Reihen der Opportunity- und Private Equity-Fonds zusammensetzen.
Im Mittelpunkt des Kaufinteresses werden nach den Erwartungen der Immobilienspezialisten erneut Core-Objekte in 1A-Lagen stehen. 60 Prozent der befragten Investoren wollen sich im Segment Wohnimmobilien engagieren. Die Nutzungsart Wohnen sei mit weniger Risiko behaftet und habe bei institutionellen Investoren deutlich an Attraktivität gewonnen, erklärt Schulz-Wulkow das Ergebnis. Auch Büro- und Einzelhandelsimmobilien werden 2010 noch von mehr als der Hälfte der Befragten nachgefragt, während eine knappe Mehrheit an der Rückkehr von Portfoliotransaktionen im Gewerbebereich zweifelt. „Eine signifikante Zunahme wesentlicher Portfoliotransaktionen im Gewerbebereich erwarten wir frühestens im zweiten Halbjahr 2010, voraussichtlich aber erst 2011“, sagte Fründ.
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