Partner

09.02.2010

Fonds: Schock über Abwertung, Aussicht auf Reform

Der Initiator Aberdeen schreibt den Nettovermögenswert des Degi Global Business um 21,6 Prozent nach unten. Der Branchenverband rechnet noch für das laufende Jahr mit einer Novelle des Investmentgesetzes.

Aberdeen Asset Management teilte mit, das Portfolio des Offenen Immobilienfonds Degi Global Business um 68,4 Millionen Euro oder 13,8 Prozent abgewertet zu haben. Die Korrekturen hätten vor allem Objekt in Osteuropa betroffen, zitiert der Nachrichtendienst „Thomas Daily“ einen Aberdeen-Sprecher. Abwertungen auf zwei Objekte in Zagreb und in Bukarest seien  demnach für 65 % der gesamten Korrekturen verantwortlich gewesen. Angesichts einer Kreditquote im Fonds von rund 40 Prozent bedeutet der Wertverlust bei den Immobilien einen Abschlag auf das Nettovermögen im Fonds in Höhe von 21,6 Prozent.
Aberdeen musste damit die bisher höchste Abwertung vornehmen, die je ein Offener Immobilienfonds in Deutschland zu verkraften hatte, berichten Zeitungen. Im vergangenen Jahr hatte der Initiator Morgan Stanley das Nettovermögen des P2 Value um knapp 14 Prozent reduzieren müssen. Der nun betroffene Degi Global Business hat nun noch ein Immobilienvermögen von 427 Millionen Euro. Der Fonds richtet sich ausschließlich an institutionelle Anleger, die mindestens 75.000 Euro investieren mussten. Seit November 2009 hat der Fonds die Rücknahme von Anteilsscheinen ausgesetzt.
Die Abwertungen bei Degi bilden ein weiteres Kapitel in der Krise der Offenen Immobilienfonds. Gegenwärtig haben fünf Initiatoren die Rücknahme von Anteilsscheinen ausgesetzt, da sie ansonsten aufgrund drohender massiverer Mittelabflüsse um die Liquidität der Vehikel fürchten.
Um solche Situationen künftig zu verhindern, wird derzeit an einer Novelle des Fonds relevanten Investmentgesetzes gearbeitet. Es soll unter anderem Regeln vorsehen, nach denen Großanleger ihr Kapital nicht kurzfristig abziehen und die Fonds so in Turbulenzen bringen können. Für institutionelle Anleger ist eine Kündigungsfrist von einem Jahr geplant. Der BVI-Präsident Wolfgang Mansfeld wird im Handelsblatt damit zitiert, dass er eine entsprechende Gesetzesänderung noch für das laufende Jahr erwartet.

Im Jahr 2009 haben die Offenen Immobilienfonds laut BVI-Statistik Nettomittelzuflüsse in Höhe von 3,2 Milliarden Euro verzeichnet.  Gleichzeitig sei die Zahl der Anleger, die in offene Immobilienfonds investieren, gewachsen. Laut einer im Auftrag des BVI durchgeführten Umfrage der GfK besaßen 2009 gut 20 % der Anleger Anteile an Offenen Immobilienfonds.

Drucken Zurück zur Übersicht