10.03.2010
Cadmus: „Gesetzesdefizite behindern REIT-Umwandlung“
Der Vorstandssprecher der Polis Immobilien AG übt harte Kritik am REIT-Gesetz und fordert Reformen.
„Der REIT-Status stellt für uns nur dann eine Option dar, wenn die Defizite des REIT-Gesetzes im Rahmen einer REIT-Reform beseitigt werden“, sagt Alan Cadmus unmissverständlich in einem Interview mit der Publikation „Finanzplatz“. Zwar könne der REIT-Status Polis Vorteile bei einer international zu platzierenden Kapitalerhöhung zur Finanzierung weiteren Wachstums bringen, aber auf Grund der Defizite des REIT-Gesetzes wären damit für uns „gravierende Nachteile“ verbunden, fügt er hinzu. Das Gesetz zur Schaffung deutscher Immobilien-Aktiengesellschaften mit börsennotierten Anteilen wurde von Bundestag und Bundesrat im März 2007 beschlossen und regelt die Besonderheiten der REIT-Aktiengesellschaft.
Nach Ansicht des Vorstandschefs der auf innerstädtische Büroimmobilien fokussierten Immobilien-AG hat das REIT-Gesetz „zahlreiche handwerkliche Fehler und Unstimmigkeiten“, die mit Risiken und Nachteilen für die Real Estate Investment Trusts und ihre Aktionäre verbunden sind. Als wichtigste strukturelle Änderungsforderungen sieht der Immobilienmanager die fehlende Sicherheit des REITs gegenüber Maßnahmen Dritter. Sie könnten den REIT-Status gefährden und den REIT erpressbar machen.
Das REIT-Gesetz schreibe zwar eine Höchstbeteiligungsgrenze für einzelne Aktionäre von 10 Prozent und eine untere Streubesitzquote von 15 Prozent vor, aber es würden dem Real Estate Investment Trust keine Mittel zur Durchsetzung dieser Grenzen an die Hand gegeben. Cadmus verweist dabei auf die konkreten Vorschläge, die das Deutsche Aktieninstitut und andere Verbände unterbreitet haben, und die jetzt gesetzlich umgesetzt werden sollen.
Zweiter Kritikpunkt aus Polis-Sicht: Deutsche Unternehmen werden beim Aufbau eines Real Estate Investment Trust steuerlich benachteiligt, obwohl das REIT-Gesetz den Finanzplatz Deutschland stärken sollte. Denn ihre Beteiligung an einem REIT sei voll gewerbesteuerpflichtig, obwohl alle anderen Immobilienprodukte gewerbesteuerfreie Kapitalanlagen darstellen würden. Cadmus deutet noch eine „Reihe anderer Unstimmigkeiten“ an, wie beispielsweise den Ausschluss von Wohnimmobilien, der in Fachkreisen nicht nachvollzogen werden könne.
Der Vorstand plädiert für eine Gleichbehandlung des deutschen Real Estate Investment Trusts mit Blick auf andere, konkurrierende REIT-Gesetzgebungen. „Der REIT müsste in zweifacher Hinsicht gleichbehandelt werden: international mit den REIT-Strukturen anderer Länder und national mit dem offenen und dem geschlossenen Immobilienfonds“, fordert er. Als Ergebnis könne der REIT allen Anlegern zur Verfügung stehen, in großem Umfang ausländisches Kapital nach Deutschland leiten und 'steuereffiziente' Investitionsformen überflüssig machen.
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