23.07.2010
Offenbar drei Bieter für WestImmo
Nach übereinstimmenden Berichten verschiedener Medien sind der Wettbewerber Aareal Bank sowie die Finanzinvestoren Apollo und Terra Firma an einer Übernahme der Immobilienfinanzierungstochter der West-LB interessiert.
Mit diesen drei Bietern gehe der Verkaufsprozess nun in die letzte Runde, berichten die Nachrichtenagenturen Reuters und Dow Jones und berufen sich dabei auf Informationen aus nicht näher bezeichneten Finanzkreisen. Die drei Bieter hätten bis zum Ablauf der Angebotsfrist am Mittwoch verbindliche Angebote vorgelegt. Zuvor hätten sie intensiv die Bücher des Immobilienfinanzierers geprüft, der gegenwärtig zu 100 Prozent der West-LB gehört.
Zur Bedingung für einen Kauf sei die Gewährung von Staatsgarantien für die WestImmo gemacht worden, heißt es im Bericht von Dow Jones. Diese Garantien seien für alle Bieter, insbesondere für die Finanzinvestoren, unabdingbar für eine Übernahme. Da sich das Rating von Unternehmen unter der Ägide eines Finanzinvestors in der Regel verschlechtere, werde sich die WestImmo im Falle eines Kaufs durch Terra Firma oder Apollo künftig nur zu wesentlich teureren Konditionen refinanzieren können.
Nach Medienberichten hat die WestImmo bereits beim Bankenrettungsfonds Soffin Garantien im Volumen von 7,5 Milliarden Euro für den Fall eines Verkaufs beantragt. Der Fonds habe, so Dow Jones, den Bietern bereits signalisiert, dass diese bei der Übernahme mit Garantien rechnen könnten. WestImmo und West-LB haben die Berichte über mögliche Soffin-Garantien bisher nicht kommentiert.
Als Kaufpreis für das Institut, das in Deutschland, Europa, Nordamerika und Asien in der Finanzierung von Gewerbeimmobilien aktiv ist und im Jahr 2009 Immobilienfinanzierungen im Volumen von 6,0 Milliarden Euro vergeben hat, wird ein Betrag von rund 600 Millionen Euro genannt. Dies entspricht dem Betrag, zudem die West-LB ihre Tochter derzeit in den eigenen Büchern führt. Dier Landesbank hat von der EU-Kommission die Auflage erhalten, sich von ihrer Beteiligung am Immobilienfinanzierer zu trennen.
In vergangenen Wochen waren allerdings Spekulationen aufgekommen, dass die Transaktion nicht zustande kommt, da die Gebote weit unter dem Buchwert der WestImmo liegen. Nun scheint – glaubt man den Medienberichten – ein Verkauf sehr wahrscheinlich zu sein.
Die WestImmo ist eine von zwei großen Immobilienbanken, die aufgrund von EU-Vorgaben zum Verkauf stehen. Brüssel hat auch die Commerzbank verpflichtet, sich von ihrer Tochter Eurohypo zu trennen. Allerdings läuft die Frist für einen Verkauf hier noch bis zum Jahr 2014.
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